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Sach ma Mutti, wann fahren wir unseren Klaus besuchen? |
Nächsten Monat, das sind noch gute drei Wochen,
Karl-Heinz.
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Da ist ja nicht mehr lange hin, Mutti? |
Nee, das geht ganz schnell rum.
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Sach mal, kannst du dir vorstellen, wie das is, wenn man Nachbarn
hat. |
Aber Karl-Heinz, wir haben doch Nachbarn, der Päule,
der wohnt doch praktisch um die Ecke.
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Aber Mutti, ich mein doch in ein Haus, in son Miethaus, Tür
an Tür. |
Nee, Vatti, das mach ich mir aber auch nicht gerne
vorstellen.
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Wo unser Klaus getz wohnt in der Stadt, da ist er ja in erster
Linie Nachbar. |
Wie kommst du denn nu wieder darauf, Karl-Heinz.
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Ja den kennt ja erst mal keiner, den Klaus, da sagen sie: das
ist unser neuer Nachbar, der Herr Kechel. Die kenn den ja nicht
mit Vornamen, die sagen Hallo Herr Kechel, können Sie mal bitte
die Haustür immer um acht Uhr abschließen und bei der
Gelegenheit spielen Sie Ihre Musik nicht so laut und warum duschen
Sie abends noch so spät, stellen Sie doch bitte Ihr Fahrrad
nicht immer in den Flur, und Ihre Wäsche nehmen Sie bitte nach
einem Tag aus dem Waschkeller raus und was ich Ihnen überhaupt
mal sagen wollte, wenn Sie Flurwoche haben, da sieht man gar nichts
davon, schönen Tag. |
Aber Karl-Heinz Vatti, das hab ich gar nicht so gewußt,
muß ich mir getz Sorgen um unsern Klaus machen. Wird der womöglich
krank davon.
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Nein Mutti, ich stell mir das doch nur so vor. Du teilst Dein
Leben quasi direkt mit Deinen Nachbarn, aber dabei kennst Du sie
gar nicht so richtig. Nicht wie bei uns, da kenn ich doch geden
in unsern Dorf, und gede Katze und geden Sittisch und die kennen
mich doch auch alle. |
Die kennen dich alle Karl-Heinz und jeder weiß
wie er dich zu nehmen hat.
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Das wissen die alle. Und wenn ich getz in die Stadt käme,
die wüßten ja gar nicht, wie die mich anreden sollten.
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Die wüßten ja gar nicht, daß du
Karl-Heinz, Vatti bist. Die würden sagen guten Tag Herr Kechel, was
kann ich für Sie tun? Und du wüßtest gar nicht, was die
von dir wollen.
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Woher sollte ich das denn auch wissen, nee, jeden Tag so viel
Leute um dich rum und alle wollen immer gerade dahin, wo du jetzt
gerade stehst. |
Aber Vatti, das Problem haben wir beide doch auch
schon miteinander.
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Wie soll das erst in der Stadt sein. |
Aber nu komm erst mal an den Tisch Karl-Heinz, Vatti.
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Ja bist du denn schon fertig mit den Kartoffeln. |
Und mit den Gemüse und den Goullasch, und nach
den Essen, Karl-Heinz Vatti, ruf ich den Klaus an, ob der nicht zu uns
kommen will.
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Ja, gleich nachn Mittagessen. |
Hast auch recht.
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Ja Mutti, und ich geh nachher mal zu unsern Nachbarn rüber,
zun Päule. |
Hast auch Recht, Karl-Heinz, Vatti.
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