Eine herzhafte Komödie mit Biss

Toast Hawaii ist knusprig, leicht und sehr delikat, aber auch süß-sauer mit einer herben Grundnote. Toast Hawaii ist aber vor allem eine moderne Zeitgeistkomödie und eine Reminiszenz an die 70er Jahre. Es erinnert an die bunte Welt, die das Wirtschaftswunder uns allen versprochen hat, damals in den Zeiten von Minirock, Schlaghose, Sinalco, Tri Top, Abba und Saturday Night Fever.

Das Möbelhaus als außergewöhnlicher Spielort übernimmt dabei eine wesentliche Rolle. Hier in den Kulissen finden die Szenen von Toast Hawaii ihre ideale Bühne. Das Möbelhaus ist Sinnbild für die Realisierung eigener Wünsche und Hoffnungen, wie dem Traum vom zufriedenen Leben und dem Streben nach einem eigenen Zuhause. Schließlich symbolisiert es auch die individuell gewählte Lebensart und die persönlich entwickelten Lebenskonzepte.
Die Inszenierung in dem Spannungsfeld zwischen öffentlichem und privatem Raum hebt die im Theater übliche, distanzierte Beziehung der Besucher zum Ort des Spiels auf. Mitten im Ausstellungsmobiliar fühlen sich die Besucher an Szenen aus dem eigenen Leben erinnert und sehen sie gleichzeitig in neuem Licht.
Es taucht die Frage auf: Wo fängt die Bühne an und was ist Teil der Aufführung?

Toast Hawaii ist schöner wohnen, noch schöner wohnen, am schönsten wohnen in einer modernen Wohngemeinschaft. Denn Regina, Nicole und Piet, in der Mitte ihres Lebens angekommen, leben in trauter Dreisamkeit zusammen. Überraschend hat das Schicksal sie aus ihren Lebenswegen gerissen, und nun sind sie wieder dort angekommen, wo sie vor zwanzig Jahren als Teenager begonnen haben: in einer Wohngemeinschaft. Die Probleme von früher haben sich weitgehend aufgelöst: Wer spült, wer putzt das Bad, wer bringt den Müll runter, und wer zahlt die GEZ-Gebühren?
Heute drängen andere Fragen, denn jeder hat erst einmal mit sich zu tun, jeder leckt seine eigenen Wunden: Regina musste allein in ihre Traumwohnung einziehen, weil ihr Angetrauter es vorzog, mit einer Dreiundzwanzigjährigen zu einer Weltreise aufzubrechen. Gezwungenermaßen hat sie einen Untermieter aufgenommen: Piet, von seiner Frau samt Kind verlassen. Er tröstet sich mit Fernsehen und Sport, sie sich mit ihrem geliebten Toast Hawaii. So leben sie nebeneinander her, fast wie ein altes Ehepaar, das sich nicht mehr viel zu sagen hat.
Doch dann kommt Nicole hinzu, eine flüchtige Bekannte von Regina. Sie braucht vorübergehend eine Wohngelegenheit, da sie kurzfristig von ihrer Firma mit der Eröffnung einer neuen Filiale beauftragt worden ist. Sie sorgt für frischen Wind in der schläfrigen Gemütlichkeit von Regina und Piet. Plötzlich geraten liebgewonnene Gewohnheiten ins Wanken, Piets Lieblingsplatz auf dem Sofa ist ihm nicht mehr sicher und Reginas leckere Häppchen sind aus dem Kühlschrank verschwunden ...

Ein besonderer Bestandteil des Gesamtkonzeptes von Toast Hawaii ist der gastronomische Bereich, in dem ein stilechtes, auf die 70er Jahre abgestimmtes Angebot an Speisen und Getränken vorgesehen ist. Die Zuschauer können sich freuen auf Toast Hawaii und Ahoi-Brause am Pausen-Buffet.


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